Impfungen

 Informationen und Empfehlungen:

ErkrankungInformationenImpfempfehlung
Diphterie

 

  • Bakterielle Infektion
  • Die Atemwege werden durch fest haftende Beläge in Nase, Rachen und/oder in der Luftröhre verschlossen
  • Das Gift des Bakteriums ist für den Menschen gefährlich und verursacht Organschäden wie z.B. Herzversagen oder Nerven-Lähmungen
  • Übertragbar durch Tröpfcheninfektion

 

Grundimmunisierung:

1. Impfung ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat (ab der 9. Woche)

2. Impfdosis mitvollendetem dritten Lebensmonat

3. Impfdosis ab dem vollendeten vierten Lebensmonat Letzte Teilimpfung wird am Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11.-14. Lebensmonat).

Auffrischung: Eine Auffrischung sollte mit fünf bis sechs Jahren, dann im Alter von neun bis 17 Jahren Auffrischung dann alle zehn Jahre erfolgen. Für Erwachsene sollte eine Auffrischung bei bestehender Grundimmunisierung alle 10 Jahre erfolgen

FSME (Frühsommermeningo-Enzephalitis)

 

  • Gehirn-, Gehirnhaut- oder Rückenmarkentzündung
  •  Übertragbar durch Viren; Viren werden durch den Stich von Zecken auf den Menschen übertragen
  •  Keine Übertragung von Mensch zu Mensch
  •  Bei Jugendlichen und Erwachsene schlimmeres Ausmaß der Erkrankung
  •  Zunächst grippeähnliche Symptome, die das Gehirn und das Rückenmark angreifen können

 

Kinder ab dem 1. Geburtstag können geimpft werden (Kindern unter 3 Jahren können auf diese Impfung zu einer Fieberreaktion mit dem Arzt sprechen, ob eine Impfung notwendig ist (Gebiete, in denen häufig Zecken auftreten)

Grundimmunisierung3 Impfungen sind erforderlich. Nach der 1. Impfung wird sich ein bis drei Monate die 2. Impfung getätigt

Auffrischung: Bei Ansteckungsrisiko wird empfohlen drei Jahre nach der Grundimmunisierung die Impfung aufzufrischen. Alle weiteren Auffrischungen dann alle 5 Jahre.

Grippe (Influenza)
  • Übertragung der Viren durch Tröpfcheninfektion, aber auch durch das Händeschütteln oder über kontaminierte Gegenstände übertragbar.
  • Grippe äußert sich durch hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Meistens in Verbindung mit Reizhusten und Erschöpfung. Halsschmerzen und Schweißausbrüche können auch auftreten.
  • Gefährliche Komplikationen können auftreten z.B. eine Lungenentzündung.

Eine jährliche Impfung in den Monaten Oktober oder November ist sinnvoll.

Besonders bei Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie beispielsweise chronische Erkrankungen, HIV-Infektion, Diabetes mellitus, Herz-oder Kreislauferkrankungen usw., sind gefährdet. Des Weiteren Menschen, die über 60 Jahre oder älter sind, Schwangere, Bewohner in Pflegeheimen und Menschen, die im medizinischen Bereich tätig sind.

Kinder ab einem Alter von 6 Monaten können gegen Grippe geimpft werden.

Hasemophilus influenza Typ B (HiB)-Infektion
  • Übertragung des Hib-Bakteriums über Tröpfcheninfektion
  • Bei schwerem Verlauf der Infektion können folgende Erkrankungen auftreten: Hirnhautentzündungen, Entzündungen des Kehldeckels, Lungenentzündung oder Blutvergiftung
  • Behandelbar mit Antibiotikum
  • Komplikationen können jedoch lebensbedrohlich werden

Grundimmunisierung:

1. Impfung ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat (ab der 9. Woche)

2. Impfdosis mit vollendetem dritten Lebensmonat

3. Impfdosis ab dem vollendeten vierten Lebensmonat

Letzte Teilimpfung wird am Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11.-14. Lebensmonat)

Hepatitis B (Leberentzündung)
  • Hepatitis-B-Viren befinden sich im Blut oder in anderen Körperflüssigkeiten und werden hauptsächlich auf sexuellen Weg übertragen
  • Nach Ansteckung, ca. ein bis sechs Monate, bekommen zwei Drittel der Infizierten grippeähnliche Symptome mit Begleitung von Übelkeit und Erbrechen.
  • Bei einem Drittel der Infizierten tritt eine gelbe Verfärbung der Haut auf
  • Hepatitis-B kann nach ein paar Monaten verheilen oder chronisch werden
  • Spezielle Behandlung ist von Nöten
  • Komplikation: Schädigung der Leber z.B. eine Leberzirrhose

Grundimmunisierung:

1. Impfung ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat (ab der 9. Woche)

2. Impfdosis mit vollendetem dritten Lebensmonat

3. Impfdosis ab dem vollendeten vierten Lebensmonat

Letzte Teilimpfung wird am Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11.-14. Lebensmonat)

Säuglinge werden üblicherweise mit einem Sechsfachimpfstoff geimpft. Bei dieser Impfung wird nicht nur gegen Hepatitis B geimpft, sondern auch gleichzeitig gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio und Hib.

HPV (Humanes Papillom-Virus)
  • Humane Papillomviren werden hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen
  • Es gibt mehr als 100 verschiedene Typen des Erregers
  • Manche können Feigwarzen hervorrufen, andere können Zellveränderungen verursachen, sodass sich im schlimmsten Fall Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann
  • Es treten keine Krankheitszeichen auf

Die Impfung für HPV wird für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen

Der Impfschutz ist am wirksamsten, wenn die geimpfte Person noch nicht sexual aktiv ist. Im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahre erfolgt die Impfung durch zwei Impfdosen. Die 2. Impfdosis erfolgt in der Regel sechs Monate nach der 1. Impfdosis. Ab einem Alter von 14 bzw. 15 Jahren erfolgt eine dreiteilige Impfung, wobei die 2. Impfung einen bis zweieinhalb Monate nach der 1. Impfung erfolgt. Die letzte Impfung wird dann in der Regel sechs Monate nach der 1. Impfung gegeben.

Masern
  • Ansteckendste Krankheit Übertragung der Viren von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion
  • Nach zehn bis zwölf Tagen kommt es zu starken, grippeähnlichen Symptomen wie hohes Fieber, Husten und Schnupfen
  • Es tritt ein weißlicher Belag an der Wangenschleimhaut auf, Tage später entwickelt sich der typische Masern-Ausschlag, Fieber steigt erneut an
  • Komplikationen wie z.B. Mittelohrenentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung oder im schlimmsten Fall eine Gehirnentzündung sind möglich
  • Im seltenen Fall: nach sechs bis acht Jahren nach der Erkrankung kann eine SSPE (Subakute sklerosierende Panenzephalitis) auftreten (schleichende Zerstörung der Zellen im Gehirn bis hin zum Tod)

Masern werden üblicherweise in Kombination zusammen mit Mumps, Röteln und ggf. Windpocken geimpft.

Grundimmunisierung:

1. Teilimpfung sollte zwischen vollendetem 11. Und 14. Lebensmonat gegeben werden (frühestens mit 9 Monaten)

2. Teilimpfung soll frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres (23 Monaten) gegeben werden (keine Auffrischungsimpfung)

Meningokokken
  • Übertragung der Bakterien durch Tröpfcheninfektion
  • Gefahr einer Entzündung der Hirnhäute oder einer bakteriellen Blutvergiftung
  • Bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es drei bis vier Tage oder in manchen Fällen zwei bis zehn Tage
  • Müssen immer stationär behandelt werden

Seit 2006 wird durch der Ständigen Impfkommission allen Kindern im zweiten Lebensjahr eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C empfohlen. Ältere Kinder oder Jugendliche bis zum 18. Geburtstag sollte dies möglichst bald nachholen. In Deutschland sind drei verschiedene Impfstoff-Typen erhältlich:

  • gegen Erreger der Serogruppe C
  • gegen Erreger der Serogruppe A, C, W und Y
  • gegen Erreger der Serogruppe B
Mumps
  • Übertragung der Viren durch Tröpfcheninfektion, selten: Übertragung durch Speichel
  • Zwei Wochen nach der Ansteckung treten erste grippeähnliche Symptome auf (in der Regel Fieber, Husten und Kopfschmerzen)
  • Des Öfteren kommt eine ein- oder beidseitige Schwellung der Ohrspeicheldrüse dazu
  • Komplikationen: Hirnhautentzündung, in seltenen Fällen: Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Entzündung des Hörnervs oder eine schmerzhafte Hoden- oder Nebenhodenentzündung

Mumps wird üblicherweise im Kombinationsimpfstoff zusammen mit Masern und Röteln geimpft.

Grundimmunisierung:

1. Teilimpfung sollte im Alter von 11. Bis 14. Monat erfolgen

2. Impfung soll frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung, spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres (23 Monaten) erfolgen

Pertussis (Keuchhusten)
  • Übertragung der Bakterien durch Tröpfcheninfektion (hohes Ansteckungsrisiko)
  • Langwierige Erkrankung über mehrere Wochen bis Monate
  • Beginnend mit grippeähnlichen Symptomen treten dann quälende Hustenanfälle über vier bis sechs Wochen auf
  • Hustenanfälle können bis zum Erbrechen führen
  • Komplikationen besonders bei Säuglingen: Entwicklung einer Lungenentzündung oder einer Mittelohrenentzündung

Grundimmunisierung:

1. Impfung ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat (ab der 9. Woche)

2. Impfdosis mit vollendetem dritten Lebensmonat

3. Impfdosis ab dem vollendeten vierten Lebensmonat Letzte Teilimpfung wird am Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11.-14. Lebensmonat)

Auffrischung: Im Alter von fünf bis sechs Jahren und im Alter von neun bis 17 Jahren. Erwachsene sollen einmalig in Kombination mit der nächsten fälligen Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie geimpft werden. Kein Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten!

Pneumokokken-Infektion
  • Übertragung der Bakterien durch Tröpfcheninfektion
  • Die Bakterien verursachen schwere Erkrankungen wie beispielsweise Hirnhaut-, Lungen- oder Mittelohrentzündungen
  • Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet sowie chronisch Kranke und immunschwache Menschen

Im August 2015 wurde durch die Ständige Impfkommission die Impfung von vier auf drei Impfungen reduziert.

1. Impfung im Alter von zwei Monaten

2. Impfung im Alter von vier Monaten

Letzte Impfung sollt sechs Monate später im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen Frühgeborene (Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche) wird unverändert das alte Impfschema empfohlen (3+1 Impfschema)

Poliomyelitis (Kinderlähmung)
  • Polio-Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden und durch Schmierinfektion übertragen. Die Übertragung durch Tröpfcheninfektion ist auch möglich
  • Bei der Ansteckung kommt es zu bleibenden Lähmungen von Arm oder Beinmuskulatur. Sprech-, Schluck- oder Atemmuskulatur können auch im schlimmsten Fall betroffen sein.

Grundimmunisierung:

1. Impfung ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat (ab der 9. Woche)

2. Impfdosis mit vollendetem dritten Lebensmonat

3. Impfdosis ab dem vollendeten vierten Lebensmonat Letzte Teilimpfung wird am Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11-14. Lebensmonat).

Auffrischung: Im Alter von neun bis 17 Jahren noch einmal. Meistens in Kombination mit den Impfungen gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus.

Rotaviren
  • Übertragung der Viren durch Schmierinfektion (durch kleinste Stuhlreste) und können von der Hand in den Mund gelangen
  • Die Erreger können in der Umwelt über mehrere Tage überleben
  • Häufigste Ursache für Durchfälle und Erbrechen bei Kindern
  • Hohe Ansteckungsgefahr – es erkranken fast alle Kinder in den ersten fünf Lebensjahren
  • Risiko einer gefährlichen Austrocknung bei Säuglinge
  • Nach Ansteckung, Ausbruch innerhalb der nächsten Tage
  • Oft auch Fieber, Husten und Schnupfen
  • Beschwerden halten etwa zwei bis sechs Tage an

Nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission seit Juli 2013 sollen alle Säuglinge ab dem Alter von sechs Wochen eine Schluckimpfung gegen Rotaviren erhalten. Je nachdem welcher Impfstoff verwendet wird, sind zwei oder drei Impfstoffdosen in einem Mindestabstand von vier Wochen notwendig.

Diese Impfserie muss je nach Impfstoff spätestens bis zum Alter von 16 Wochen oder von 22 Wochen abgeschlossen sein.

Röteln
  • Virusinfektion
  • Kann schwerwiegende Folgen bei schwangeren Frauen auslösen
  • Übertragung der Viren durch Tröpfcheninfektion
  • Die Hälfte der erkrankten Kinder haben keine oder nur leichte Krankheitszeichen und es fehlt oft der typische Ausschlag

Diese Impfung wird üblicherweise gemeinsam mit der Impfung gegen Masern und Mumps als Kombinationsimpfung erfolgen.

1. Teilimpfung sollte im Alter von 11. bis 14. Monat erfolgen

2. Impfung soll frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung, spätestens gegen ende des zweiten Lebensjahres (23 Monaten) erfolgen

Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Übertragung durch das Tetanus-Bakterium
  • Befindet sich vor allem in der Erde
  • Eine kleine Wunde reicht aus, dass das Bakterium in den Körper gelangen kann
  • Erste Anzeichen ab den dritten Tag bis zu drei Wochen
  • Symptome: Krämpfe der Gesichtsmuskulatur
  • Gefahr an Atemnot oder Herzversagen zu erleiden

Eine möglichst frühe Impfung wird empfohlen.

Grundimmunisierung:

1. Impfung ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat (ab der 9. Woche)

2. Impfdosis mit vollendetem dritten Lebensmonat

3. Impfdosis ab dem vollendeten vierten Lebensmonat

Letzte Teilimpfung am Ende des ersten Lebensjahres (11.-14. Lebensmonat)

Auffrischung: Die Auffrischung sollte mit fünf bis sechs Jahren, dann von neun bis 17 Jahren erfolgen. Danach erfolgt diese dann alle 10 Jahren.

Windpocken (Varizellen)
  • Übertragung der Viren durch Tröpfcheninfektion oder wenn Flüssigkeit aus den Bläschen des Hautausschlags eingeatmet wird (leicht übertragbar)
  • Ein bis drei Wochen nach Ansteckung kommt es oft zu Fieber und Abgeschlagenheit
  • Juckender Hautauschlag mit Bläschenbildung (Im Gesicht und am Körper, danach auch auf Arme und Beine)
  • Komplikation: Entzündung des Nervs (Gürtelrose)

Grundimmunisierung:

Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten. Zeitgleich mit der ersten Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) oder frühestens vier Wochen danach Die 2. Teilimpfung erfolgt vier bis sechs Wochen nach der ersten Impfung (Alter von 15 bis 23 Monaten)



Quellen: www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Impfen/Impfempfehlungen/Impfempfehlungen_node.html;jsessionid=F77D5E74B76DAE52BA319F01278435D3 entnommen am 03.11.2015; www.tk.de/tk/krankheiten-a-z/krankheiten-d/diphtherie/27172 entnommen am 04.11.2015; www.rki.de/DE/Content/Service/Publikationen/Fachwoerterbuch_Infektionsschutz.pdf entnommen am 09.11.2015; www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/diphtherie/impfung/ entnommen am 04.11.2015